Die Kinder vom Kindergarten St. Michael erfinden eine Geschichte

Die kleine Biene Nelia

Im Stuhlkreis, hatten die Kinder den Wunsch geäußert, gemeinsam eine Geschichte zu erfinden.

An einem sonnigen Mittwoch trafen sich deshalb alle Kinder, die Lust hatten, an diesem Angebot teilzunehmen.

Gemeinsam machten wir es uns auf einer Picknickdecke in unserem Kindergarten-Garten gemütlich.

Bevor wir mit dem Erzählen begannen, lauschten wir aufmerksam unserer Umgebung. Welche Geräusche können wir hören? Was entdecken wir, wenn wir einmal ganz still sind?

Wir hörten Vogelstimmen, das Rascheln der Blätter, Kinderlachen und das Summen einer Biene. Die kleine Biene wurde schließlich zum Ausgangspunkt unserer Geschichte. Beim gemeinsamen Geschichtenerfinden konnten die Kinder ihre Fantasie und Kreativität
einbringen, eigene Ideen formulieren, einander zuhören und die Vorschläge der anderen Kinder aufgreifen. Ganz nebenbei wurden Sprache, Wortschatz, Konzentration, Merkfähigkeit und die Fähigkeit zum gemeinsamen Planen und Erzählen gefördert.

Gemeinsam entstand so die Geschichte von der kleinen Biene Nelia.

Die kleine Biene Nelia

Es war einmal eine kleine, fleißige Biene. Sie hieß Nelia. Eines Morgens wachte Nelia auf und hatte einen großen Wunsch: Sie wollte unbedingt Honig machen. Also flog sie los. Sie summte durch ganz Igersheim und suchte nach einer schönen Blume, von der sie Nektar sammeln konnte. Sie flog über Wiesen und Gärten, schaute zwischen Gräsern und Sträuchern hindurch und schnupperte an vielen Blumen. Doch nirgendwo fand sie eine Blume, die ihr gefiel. Da hörte Nelia plötzlich fröhliches Kinderlachen.

Neugierig flog sie dem Lachen nach und entdeckte eine wunderschöne Blume. Sie war weiß und rot und gelb und lila und pink. So eine bunte Blume hatte Nelia noch nie gesehen.
Vorsichtig flog sie zu der Blume und fragte:
»Hallo, du schöne Blume. Darf ich von deinem Nektar naschen?«
Die bunte Blume schaute sie ganz erschrocken an und rief:
»Nein, nein, nein, nein! Von mir darfst du nicht naschen!«
Da wurde Nelia traurig. Sie wollte doch so gerne Honig machen.
Also flog sie weiter.

Nach einer Weile entdeckte sie im Garten eines Kindergartens eine weitere Blume. Es war eine wunderschöne rote Blume. Nelia flog zu ihr und fragte freundlich:
»Hallo, schöne rote Blume. Darf ich von deinem Nektar naschen?«
Die rote Blume freute sich und antwortete:
»Oh ja, natürlich! Bestimmt machst du daraus Honig. Ich würde mich sehr freuen, wenn du aus meinem Nektar Honig machst.«

Da war Nelia glücklich. Sie sammelte ganz viel Nektar und bedankte sich bei der roten Blume. Anschließend flog sie zufrieden zurück zu ihrem Bienenstock.
Dort erzählte sie ihren Freunden von der freundlichen roten Blume im Kindergarten und davon, dass es dort noch viele andere schöne Blumen gab. Die anderen Bienen wurden neugierig. Gemeinsam
flogen sie zum Kindergarten und sammelten bei allen roten Blumen fleißig Nektar. Anschließend brachten sie den ganzen Nektar in ihren Bienenstock. Dort arbeiteten sie viele Tage lang. Sie summten, bauten Waben
und verwandelten den gesammelten Nektar in leckeren Honig. Und schließlich war es geschafft.

Die Bienen hatten so viel Honig gemacht, dass sie ihn gar nicht alleine essen konnten.
Da hatte Nelia eine Idee. »Die Kinder aus dem Kindergarten würden sich bestimmt über etwas Honig freuen!«
Alle Bienen fanden die Idee wunderbar. Also nahmen sie den Honig und flogen, schwer beladen, zum Kindergarten. Als sie dort ankamen, fragten sie: »Möchtet ihr ein bisschen von unserem Honig probieren?«
Die Kinder freuten sich riesig über den süßen Honig. Gemeinsam mit den Bienen feierten sie ein großes Bienen-Honig-Fest im Kindergarten. Sie lachten, erzählten Geschichten und hatten eine wunderbare Zeit. Und so wurde aus einer kleinen Biene, die einfach
nur Honig machen wollte, eine Biene, die viele neue Freunde fand. Und wenn Nelia nicht gerade Nektar sammelt, dann summt sie vielleicht noch heute durch den Kindergarten-Garten.

Ende

Biene Nelia mit der roten Blumen