Ausstellung zum Holocaust „Einige waren Nachbarn“ und Ortsführung
„Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand“ – die Wanderausstellung des United States Holocaust Memorial Museums kommt im Rahmen der Jüdischen Kulturtage im Taubertal vom 22. Juni bis 6. Juli nach Igersheim!
Die Gemeinde Igersheim lädt alle Interessierte am Montag, 22. 06. um 16.30 Uhr zur Eröffnung dieser sehr sehenswerten Ausstellung ins Rathausfoyer ein – sowie zuvor um 15 Uhr zur Ortsführung „Auf den Spuren Jüdischen Lebens in Igersheim“
Die Ausstellung „Einige waren Nachbarn: Täterschaft, Mitläufertum, Widerstand“ befasst sich mit einer der grundlegenden Fragen zum Holocaust: Wie war der Holocaust möglich?
Die zentrale Rolle von Adolf Hitler und anderer nationalsozialistischer Führer ist unbestreitbar, aber sie waren von unzähligen anderen abhängig. Welche Rolle spielten die gewöhnlichen Menschen? Warum haben so viele Menschen die Verbrechen der Nationalsozialisten unterstützt oder geschwiegen? Warum haben so wenige den Opfern geholfen?
Die 22 Ausstellungstafeln geben Antworten und erzählen die persönliche Geschichte von Menschen in Deutschland und Europa und zeigen, wie nationalsozialistische Ideologie in den Alltag eingriff und lokale Gemeinschaften sich veränderten.
Die Erkenntnis, dass der Holocaust möglich wurde, weil Menschen in Deutschland und ganz Europa aus verschiedenen Gründen motiviert waren, dem Völkermord zuzustimmen oder daran mitzuwirken, ist entscheidend, um Lehren aus dem Holocaust zu ziehen.
Der Holocaust erinnert uns daran, dass das Undenkbare immer möglich ist. Es erinnert uns auch daran, dass Individuen mehr Macht haben, als sie vielleicht wissen -- zum Guten oder zum Schlechten. Das Museum hofft, dass diese Ausstellung dazu inspiriert, über eigene Einflussmöglichkeiten für eine bessere Zukunft nachzudenken.
Die Ausstellung wurde vom United States Holocaust Memorial Museum (USHMM) in Washington D.C., USA, entwickelt und wird in Deutschland von einem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Partner unter dem Titel „Unsere Nachbarn, unsere Geschichte“ betreut und im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ gefördert.
Das United States Holocaust Memorial Museum ist ein lebendiger Ort der Erinnerung an den Holocaust und inspiriert sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch Führungskräfte weltweit, sich dem Hass entgegenzustellen, Völkermord zu verhindern und sich für die Menschenwürde einzusetzen. Seine weitreichenden Bildungsprogramme und seine weltweite Wirkung werden durch großzügige Spenden ermöglicht. Weitere Informationen finden Sie unter www.ushmm.org/einige-waren-nachbarn
Vor und nach der Präsentation in Igersheim wird die Ausstellung von zwei interessierten Schulen in Bad Mergentheim und Creglingen zur Vertiefung des Lehrplans eingesetzt. Besonders schön ist, dass der für Baden-Württemberg zuständige Referent des Netzwerks – Emanuel Neumann von der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus KigA e.V. – hierfür in Igersheim über 15 Schülermentor:innen ausbilden wird. Das Interesse der Schulen verdeutlicht auch den pädagogischen Wert und den außergewöhnlichen Blickwinkel der Ausstellung.
Im Rahmen dieser Ausstellung werden erstmals auch lokale Exponate – z.B. eine Igersheimer Tora-Rolle, jüdische Bücher sowie persönliche Gegenstände Igersheimer Juden zu sehen sein, die „Anfang 1941 im Rahmen einer gut besuchten Versteigerung jüdischen Eigentums auf dem Igersheimer Möhlerplatz reißenden Absatz fanden“, wie Elmar Weis in seinem 1984 veröffentlichten Büchlein „Die Juden in Igersheim“ schrieb.
Ausstellung in Igersheim - Öffnungszeiten & Führungen
Die Ausstellung ist vom 22. Juni bis 6. Juli im Rathaus Igersheim während der Öffnungszeiten zu sehen:
Mo – Do: 8-12 Uhr + Mo 16-18 Uhr, Do 14-16 Uhr, Fr. 8-13 Uhr
Gruppenführungen sind buchbar unter 07931 497-0, E-Mail: info@igersheim.de.
Am 22.6., 16.30 Uhr, So.,28.6. um 11 Uhr und Do., 2.7. um 18 Uhr bietet der Igersheimer Pädagoge und Gemeinderat Josef Gabel öffentliche Führungen durch die Ausstellung an.
Jüdische Kulturtage 2026 - weitere Veranstaltung in Igersheim
Direkt vor der Ausstellungseröffnung – am 22. Juni um 15 Uhr: Ortsführung „Auf den Spuren jüdischen Lebens“
Vor der Ausstellungseröffnung (16.30 Uhr) findet am 22. Juni um 15.00 Uhr die Ortsführung „Auf den Spuren jüdischen Lebens“ statt.
Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage im Taubertal zeigt Heimathistoriker Ulrich Dallmann die wichtigsten Bereiche jüdischen Lebens in Igersheim und führt zu den letzten Wohnsitzen jüdischer Mitbürger. Die Teilnehmenden folgen dem letzten Weg, den die Igersheimer Juden am 28.11.1941 – mit nichts als einem Köfferchen in der Hand und den Kleidern, die sie am Leib trugen -durch den Ortskern zum Zug laufen mussten. Unter den Augen ihrer Nachbarn, von denen wohl viele aus den Fenstern der Deportation zusahen, wie Augenzeugen berichteten. Alle Interessierte sind herzlich zu dieser Ortsführung eingeladen. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Flyer Jüdische Kulturtage 2026
Der Flyer der Jüdischen Kulturtage im Taubertal 2026 sowie Infos zu allen elf Veranstaltungen in den vier Kommunen Bad Mergentheim, Creglingen, Igersheim und Niederstetten sowie weitere Hintergrundinformationen sind auf den Internetseiten der Gemeinde Igersheim (www.igersheim.de) und der Stadt Bad Mergentheim (www.bad-mergentheim.de) und bei den jeweiligen Bildungspartnern zu finden.
