Forstrevier Tauberhöhen informiert

Aktuelles zum Thema Brennholz, Forstschutzsituation, Holzeinschlag und Holzmarkt 

Brennholz aus den Kommunalwäldern

Mit Beginn der neuen Einschlagsaison werden geeignete Brennholzpolter, sobald diese autoverladbar am Waldweg bereitstehen, ausschließlich auf dem Onlineportal holzfinder.de zum Verkauf angeboten. Hier findet der Brennholzkunde neben einem Foto alle wichtigen Angaben zum Polter wie z.B. Masse, Holzart, Lagerort und Preis. Ein Kauf kann direkt online getätigt werden und die Rechnung kommt per E-Mail. Ergänzend dazu werden nachfolgend die Waldorte bekanntgegeben, wo voraussichtlich in dieser Holzeinschlagssaison im Bereich des Forstreviers Brennholzpolter zum Verkauf angeboten werden:

Stadtwald Weikersheim:
Nassau/Bereich Niederhausen
Schäftersheim/Bereich Dettemet
Laudenbach/Bereich Rüderin
 
Gemeindewald Igersheim:
Harthausen/Bereich Kreisch
Igersheim/Bereich Eichwald,Hohenrain,Tauberberg
 
Bei weiteren Fragen zum Brennholzerwerb:
Forstrevier Tauberhöhen
Revierleiter Klemens Aubele
Tel. 07931 478361, Mobil 0175 1778081
E-Mail klemens.aubele@main-tauber-kreis.de

Aktuelle Forstschutzsituation

Käferkontrolle und bei festgestelltem Befall ein zeitnaher Holzeinschlag, um das Holz noch in guter Qualität auf den Markt zu bringen, sind jetzt besonders wichtig! Vermehrt sind jetzt vielerorts mittlere und starke Kiefern mit roten Kronen in den Wäldern zu sehen. Zusätzlich stehen daneben oft noch grüne Kiefern, deren Rinde am Stamm aber bereits abblättert. Diese Kiefern sind rasch einzuschlagen, bevor das Holz an Qualität verliert. Genauso verhält es sich bei frischem Borkenkäferbefall an Fichte, Tanne, Lärche oder Douglasie:

Die Hölzer sind bis jetzt noch zu guten Preisen vermarktbar, nehmen jedoch schnell an Güte und Wert ab.

Folgende Sortimente sind bei der Kiefer vermarktbar:

Kiefer-Stammholz-Abschnitte (bessere Güte):
Länge 5 m + 15 cm Zugabe, Zopf 15 cm o. R., max. Stock-Durchmesser 60 cm o. R.,
keine Abschnitte aus Gipfelholz

Kiefer-Palette kurz (astig, beulig):
Länge 2,4 m + 15 cm Zugabe, Zopf 13 cm o. R., max. Stock-Durchmesser 45 cm o. R. 

Für beide Sortimente gilt:

Geradwüchsig (leichte, einseitige Krümmung wird akzeptiert), keine Fäule, saubere Entastung. 
Der Mittendurchmesser ist mit Rinde an der Stirnfläche anzuschreiben und ist aus 2 rechtwinklig zueinander durchgeführten Messungen, aus denen das Mittel zu bilden ist, anzuschreiben.
Die Preise liegen bei Frischholz bei den Fixlängen bei 80-90,- €/Fm, bei Palettenholz bei 75-80,- €/Fm, je nach Stärke.

Der Markt für Fichte/Tanne ist noch stabil und die Nachfrage der Sägewerke nach Holz ist gut.
Die Preise bewegen sich auf gutem Niveau (ca. 120,- €/Fm für Fichte frisch, Güte B Mittenstärke ab 27 cm mit Rinde), für Käfermischlose werden 15-20,- €/Fm weniger bezahlt.
Aushaltung Fichte/Tanne: Fixlängen: 5 m + 15 cm Zugabe, Zopf mind. 14 cm mit Rinde, Stock max. 65 cm mit Rinde.

Langholz: 10 m - 18 m lang + 20 cm Zugabe (in ganzen Metern), Zopf mind. 14 cm mit Rinde, Stock max. 65 cm mit Rinde (hier müssen mind. 15 Fm pro Lagerort anfallen)
Wer Starkholz über Stock 65 cm einschlagen möchte bitte vorher Rücksprache mit Revierförster.
Die Nachfrage nach Douglasien- und Lärchenstammholz ist stabil (ca. 100-120,- €/Fm je nach Stärke und Güte).

Update Holzeinschlag und Holzmarkt

Beim Laubholz zeichnen sich gerade folgende Tendenzen ab:
Bei der Eiche ist die Nachfrage nach frischem, v.a. stärkerem Säge-, Fass- und Furnierholz gut.
Auf den Einschlag schwächerer, astiger Sortimente sollte weitgehend verzichtet werden, sofern nicht waldbaulich notwendig (z. B. Auflichtung von Naturverjüngung). Insektenbefallene Hölzer werden wohl, wie letztes Jahr auch, kaum Interessenten finden.
Der Absatz für (noch nicht zu stark geschädigtes = verfärbtes) Eschenholz ist stabil und geht zu ordentlichen Preisen v. a. in den Export.

Schauen Sie ihre Eschen-Bestände jetzt im belaubten Zustand noch durch:
Bäume mit 40 % oder weniger Belaubung, viel Dürrholz in der Krone und extremem Samenbehang deuten auf einen Befall durch die Pilzkrankheit „Eschentriebsterben“ hin, von dem sich der Baum nicht mehr erholen wird. Geschädigte Bäume sollten jetzt im Herbst zeitnah eingeschlagen werden. Durch den Pilzbefall werden die Bäume instabil und können unkontrolliert umfallen, da auch die Wurzeln durch die Krankheit absterben!
 
Bei der Buche wird weißes, unverkerntes Holz gut nachgefragt. Die Preise sind uneinheitlich, aber auf gutem Niveau (95-140,- €/Fm je nach Güte und Stärke).
Für vorgeschädigtes Buchenholz bewegen sich die Preise nach wie vor auf Brennholzniveau.
Die Vermarktung solcher Schadholzsortimente ist erfahrungsgemäß bis Ende des Jahres noch möglich, danach findet das Holz nur noch auf dem Brenn- und Energieholzsektor Absatz.

Vom Einschlag des sonstigen Buntholzes wie Roteiche, Ahorn, Linde oder Kirsche ist bis auf Weiteres mangels Nachfrage abzusehen. Ausnahmen bilden hier einzelne, außerordentlich starke Wertholzstämme. Dies ist aber besser im Voraus mit den Revierleitern abzustimmen.
Allgemein ist schwaches Laubstammholz (Mittenstärke < 37cm) eher weniger gefragt.

Die Nachfrage nach Laubindustrieholz Buche + Esche ist bei etwas zurückgehenden Preisen normal, Eichenindustrieholz ist kaum absetzbar. Ebenso sind die Brennholzhersteller gut bevorratet und halten sich mit größeren Einkäufen zurück. Der Industrieholzmarkt bei Laub- und Nadelholz bleibt angespannt.
Laubstammholz, welches zum Einschlag vorgesehen wird und vermarktet werden soll, sollte möglichst schon zu Anfang der Saison bis spätestens Ende November bereitgestellt werden. Das anhängende Industrie- und Kronenholz kann zu einem späteren Zeitpunkt aufbereitet werden. Sortimente und Aushaltung können beim zuständigen Förster erfragt werden. Wertvolle Laubhölzer können über die Wertholzsubmission Taubertal vermarktet werden (Bereitstellung wegen Beifuhr zum Submissionsplatz bis spätestens Ende November!). Nadelholzsortimente können laufend angeboten werden, Kleinmengen unter 15 Fm sind  an Sammellagerplätze zu transportieren.

Grundsätzlich ist es immer ratsam, vor Einschlagsbeginn sich zur Marktlage und aktuellen Aushaltungsbedingungen bei den zuständigen Förstern zu informieren. So können beispielsweise Hiebe besser koordiniert werden.
Zur Vermeidung von Kleinmengen können Sie sich auch mit Ihren Waldnachbarn abstimmen, um durch einen gemeinsamen Holzeinschlag die Mindestmenge von 15 Fm pro Lagerort zu erreichen. Auch können Sortimente zu den Hiebsmengen im öffentlichen Wald dazugelagert werden.
Bei Anfall von größeren Mengen kann das Forstamt Einschlagsunternehmer vermitteln oder auch den Einschlag organisieren. Dazu sollte jedoch der Bedarf frühzeitig beim zuständigen Förster angemeldet werden.

Gez. Aubele, Revierleiter
Forstrevier Tauberhöhen