Forstrevier Tauberhöhen informiert
Brennholz, Holzeinschlag, Forstschutzsituation
Brennholz aus den Kommunalwäldern Weikersheim und Igersheim
Die neue Einschlagsaison wird demnächst eröffnet und die Gemeinden bieten den Brennholzinteressenten wieder Brennholz in bewährter Form an:
Brennholz lang (Polterholz)
Mit „Brennholz lang“ wird frisches Hartholz (Buche, Hainbuche, Esche, Ahorn, Eiche, Kirsche) bezeichnet, aufbereitet als lange, entastete Stämme oder Fixlängen und an Pkw-befahrbare Wege gerückt. Dort muss das Holz dann noch vom Käufer in ofenfertige Stücke gesägt und gespalten werden.
Achtung: Neues Verkaufsverfahren!
Das Polterholz der Gemeinden wird nicht mehr wie gewohnt auf schriftliche Bestellung zugeteilt, sondern ausschließlich über das Onlineportal www.holzfinder.de verkauft.
Auf diese Homepage werden Brennholzlose, sobald sie autoverladbar angerückt und vermessen sind, eingestellt und zum Kauf angeboten.
Der Kaufinteressent registriert sich auf diesem Portal und gibt über die Suchleiste die Gemeinde/den Bereich ein, wo er Holz erwerben möchte. Auf der sich parallel öffnenden Karte werden dann die zur Verfügung stehenden Lose im entsprechenden Suchraum angezeigt. Beim Klick auf ein Poltersymbol öffnet sich dann das jeweilige Brennholzpolter mit Foto, Preisberechnung und genauerer Beschreibung. Der Kunde kann dann sofort den Kauf tätigen und erhält die Rechnung per E-Mail.
Damit ist der Kauf abgeschlossen – gleichzeitig wurden seitens des Kunden die AGB und die Datenschutzgrundverordnung akzeptiert und bestätigt.
Weggefallen ist allerdings die Gewähr, nach erfolgter, schriftlicher Bestellung auch entsprechendes Polterholz in gewünschter Umgebung und Menge zu bekommen.
Deshalb ist es ratsam, bei Kaufinteresse sich regelmässig im Holzfinderportal über aktuelle Brennholzangebote zu informieren.
Ergänzend dazu werden nachfolgend die Waldorte bekanntgegeben, wo in dieser Holzeinschlagssaison im Bereich des Forstreviers Brennholzpolter zum Verkauf angeboten werden:
- Stadtwald Weikersheim:
- Nassau / Bereich Niederhausen
- Schäftersheim/Bereich Dettemet
- Laudenbach/Bereich Rüderin
- Gemeindewald Igersheim:
- Harthausen/Bereich Kreisch
- Igersheim/Bereich Eichwald,Hohenrain,Tauberberg
Dieses neue, digitalisierte Verkaufsverfahren trägt wesentlich zur Verringerung des enormen Verwaltungsaufwands beim Brennholzverkauf bei! Die Holzverkaufsstelle bittet die Brennholzkundschaft deshalb um Verständnis, dass ein Brennholzerwerb über das bisherige, schriftliche Verfahren nicht mehr möglich ist.
Flächenlose
Die Lose werden voraussichtlich wieder an öffentlichen Versteigerungsterminen angeboten. Datum und Ort werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Zum Verkauf kommen Kronenholzlose und schwächeres Durchforstungsholz aus Hieben in den Gemeindewäldern.
Auch für die Aufarbeitung von Flächenlosen ist mittlerweile in den öffentlichen Wäldern der Nachweis eines Motorsägenkurses zwingend erforderlich.
Weitere Restriktionen werden bei den Verkäufen bekanntgegeben.
Bitte beachten Sie auch die Hinweise im Merkblatt für Brennholzselbstwerber, welches Sie am Ende dieses Beitrags finden.
Kontaktdaten bei weiteren Fragen zum Brennholzerwerb
Forstrevier Tauberhöhen, Revierleiter Klemens Aubele
Tel. 07931 478361, Mobil 0175 1778081, E-Mail klemens.aubele@main-tauber-kreis.de
Holzeinschlag in der kommenden Saison
Holzmarkt
Aufgrund des Witterungsverlaufs sind diesen Sommer im Nadelholz nicht die erwarteten Schadholzmengen angefallen.
Der Markt für Fichte/Tanne hat sich stabilisiert und die Nachfrage der Sägewerke nach Holz ist gut. Die Preise bewegen sich auf gutem Niveau (ca. 110 €/fm für Fichte frisch), für Käfermischlose werden 15-20 €/fm weniger bezahlt.
Palettenware ist gut nachgefragt, der Schwachholzmarkt dagegen ist gesättigt und größere Mengen sind schwierig absetzbar bzw. nur zu schwachen Preisen.
Die Nachfrage nach Douglasien- und Lärchenstammholz ist stabil (ca. 100-120 €/fm), die nach Kiefer und Schwarzkiefer verbessert sich im Sog der steigenden Nachfrage nach Fichte ebenfalls.
Beim Laubholz zeichnen sich gerade folgende Tendenzen ab:
Bei der Eiche ist die Nachfrage nach frischem, v.a. stärkerem Säge-, Fass- und Furnierholz gut. Auf den Einschlag schwächerer, astiger Sortimente sollte weitgehend verzichtet werden, sofern nicht waldbaulich notwendig (z.B. Auflichtung von Naturverjüngung). Insektenbefallene Hölzer werden wohl, wie letztes Jahr auch, kaum Interessenten finden.
Der Absatz für (noch nicht zu stark geschädigtes = verfärbtes) Eschenholz ist stabil und geht zu ordentlichen Preisen v.a. in den Export.
Bei der Buche wird weißes, unverkerntes Holz gut nachgefragt. Die Preise sind uneinheitlich, aber auf gutem Niveau (100-140 €/fm).
Für vorgeschädigtes Buchenholz bewegen sich die Preise nach wie vor auf Brennholzniveau.
Auch für gute, stärkere Hainbuche sind Absatzmöglichkeiten gegeben, jedoch muss hier eine Mindestmenge anfallen.
Vom Einschlag des sonstiges Buntholzes wie Roteiche, Ahorn, Linde oder Kirsche ist bis auf Weiteres mangels Nachfrage abzusehen. Ausnahmen bilden hier einzelne, außerordentlich starke Wertholzstämme. Dies ist aber besser im Voraus mit den Revierleitern abzustimmen.
Allgemein ist schwaches Laubstammholz (Mittenstärke < 37 cm) eher weniger gefragt.
Die Nachfrage nach Laubindustrieholz Buche + Esche ist bei etwas zurückgehenden Preisen normal, Eichenindustrieholz ist nur begrenzt absetzbar. Ebenso sind die Brennholzhersteller gut bevorratet und halten sich mit größeren Einkäufen zurück. Der Industrieholzmarkt bei Laub- und Nadelholz bleibt angespannt.
Holzaufarbeitung und Bereitstellung
Laubstammholz, welches zum Einschlag vorgesehen wird und vermarktet werden soll, sollte möglichst schon zu Anfang der Saison (Okt-Nov) bereitgestellt werden. Das anhängende Industrie- und Kronenholz kann zu einem späteren Zeitpunkt aufbereitet werden. Sortimente und Aushaltung können beim zuständigen Förster erfragt werden. Wertvolle Laubhölzer können über die Wertholzsubmission Taubertal vermarktet werden (Bereitstellung wegen Beifuhr zum Submissionsplatz bis spätestens Ende Nov!). Nadelholzsortimente können laufend angeboten werden, einzelne Kleinmengen unter 15fm sind möglichst zu vermeiden, wenn nötig an Sammellagerplätze transportieren.
Grundsätzlich ist es immer ratsam, vor Einschlagsbeginn sich zur Marktlage und aktuellen Aushaltungsbedingungen bei den zuständigen Förstern zu informieren. So können beispielsweise Hiebe besser koordiniert werden.
Zur Vermeidung von Kleinmengen können Sie sich auch mit Ihren Waldnachbarn abstimmen, um durch einen gemeinsamen Holzeinschlag die Mindestmenge zu erreichen.
Bei Anfall von größeren Mengen kann das Forstamt Einschlagsunternehmer vermitteln oder auch den Einschlag organisieren. Dazu sollte jedoch der Bedarf frühzeitig beim zuständigen Förster angemeldet werden.
Auch für den kommenden Winter ist eine Harvesterrunde anvisiert! Interessenten für einen Maschineneinsatz sollten sich deshalb rasch bei den zuständigen Revierleiter/-innen melden. Insbesondere die Räumung von Schadholzflächen mit Vollerntemaschine ist oft die bessere, sauberere und günstigere Alternative zur zeitaufwändigen, schweren Aufarbeitung per Hand mit Motorsäge.
Für weitere Fragen stehen das Forstamt und die zuständigen Revierleiter gerne zur Verfügung.
Forstschutzsituation
Trotz des extremen, sommerlichen Witterungsverlaufs ist die Käfersituation zurzeit noch entspannt. Auch gibt es in unserem Raum immer weniger gesunde, zusammenhängende Fichtenbestände, die von Borkenkäfern befallen werden können.
Trotzdem ist es nach wie vor wichtig, Käferkontrollen zumindest in noch intakten Nadelholzbeständen in den nächsten Wochen immer wieder durchzuführen! Allein schon der schnelle Einschlag, um das befallene Holz in noch guter Qualität auf den Markt zu bringen, lohnt den Aufwand!
Aktuellstes Forstschutzproblem ist der Befall von Kiefernbeständen durch Prachtkäfer.
Befallene Bäume erkennt man an plätzeartigem Abfall der Rinde, Fraßgängen am Holz und vergilbten Kronen. Das befallene Holz sollte möglichst komplett aus den verbleibenden Beständen entfernt werden, um einen flächigen Befall zu verhindern.
Aufbereitung von schadhaftem Kiefernholz
Das schadhafte Kiefernholz kann folgendermaßen aufbereitet werden:
Abschnitte: Länge 5 m + 15 cm Zugabe, Zopf 15 cm o.R., max. Durchmesser 60 cm o.R.
Palette kurz: Länge 2,4 m + 15 cm Zugabe, Zopf 13 cm o.R., max. Durchmesser 45 cm o.R.
Für beide Sortimente gilt: gerade, keine Fäule, saubere Entastung, keine Abschnitte aus Gipfelholz. Stark geschädigte oder abgestorbene Eichen sind oft die Folge von Befall durch den Eichenprachtkäfer.
Wird ein Insektenbefall (festzustellen i.d.R. durch Bohrlöcher in der Rinde) bei geschwächten Eichen erkannt, den Baum ebenfalls möglichst schnell einschlagen und das befallene Holz aus dem Eichenbestand entfernen.
Das Schadensausmaß durch die sommerliche Hitze und Trockenheit bei den Buchen lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch schwer abschätzen. Offensichtlicher wird dies wohl erst nach dem Laubaustrieb im Frühjahr/Sommer 2027. Das Forstamt empfiehlt deshalb, die Entwicklung im nächsten Jahr abzuwarten und in diesem Winter nur die bereits jetzt deutlich geschädigten Bäume einzuschlagen.
Gez. K. Aubele, Revierleiter
