Pre Open des Möhlers
„Was lange währt, wird endlich gut.“ Mit diesem klassischen Leitspruch ließe sich die „Geburtsstunde“ eines Projekts zusammenfassen, das für die Gemeinde Igersheim weit mehr ist als eine bloße Neueröffnung. Es ist der erfolgreiche Abschluss eines 10-Jahres-Marathons.
Am 1. Mai nimmt das Hotel-Restaurant „Das Möhlers“ am zentralen Möhlerplatz inmitten der Igersheimer City offiziell seinen Betrieb auf. Bereits beim Pre-Opening zeigte das Team um das neue Pächterpaar Maria und Andy Ignatiadis, dass Kulinarik hier einen hohen Stellenwert haben wird.
Der Weg zur Eröffnung, die von MC Jung musikalisch umrahmt wurde, war geprägt von strategischer Weitsicht und einem langen Atem. Bürgermeister Frank Menikheim blickte in seiner emotionalen Ansprache auf die Anfänge 2015 zurück. Damals bescheinigten die Bürger der lokalen Gastronomie in einer Befragung lediglich die Note 4,3 – ein Weckruf für die Gemeindeverwaltung. „Der Wunsch der Bevölkerung nach Verbesserung war deutlich“, so Menikheim. Das Ziel: Ein „Wohnzimmer“ für Igersheim zu schaffen.
Ein bauliches Meisterwerk der Sanierung
Dass dieses Wohnzimmer nun Realität ist, liege auch an der mutigen Entscheidung, den Bestand zu sanieren, statt auf einen Neubau zu setzen. Durch die Integration der Gebäude Möhlerplatz 2 und Kirchgasse 2 mit einem modernen Neubau sei ein harmonisches Ensemble entstanden. Architekt Jochen Elsner betonte die Komplexität: „Es galt, unterschiedliche Geschosshöhen, Barrierefreiheit und moderne Standards wie Brandschutz in einer historischen Substanz zu vereinen.“
Dank dieser Strategie sei eine Förderquote von 51 Prozent durch das Land Baden-Württemberg erzielt worden. Bürgermeister Menikheim betonte: „Wir setzen die Kirsche auf die Sahnetorte. Das ,Möhlers‘ wertet unseren Ortskern entscheidend auf und bedeutet einen echten Quantensprung für die Belebung des Platzes.“
In einer Ära von Fachkräftemangel und bürokratischen Hürden sei eine solche Eröffnung kein Selbstläufer. Landrat Christoph Schauder würdigte in seinem Grußwort den unternehmerischen Mut der Pächterfamilie: „Das ,Möhlers‘ ist künftig weit mehr als ein Betrieb. Es ist ein Ort der Begegnung und ein Aushängeschild für unseren Landkreis.“ Besonders für den Tourismus im „Lieblichen Taubertal“ spiele das Haus eine zentrale Rolle. Schauder hob die Bedeutung für den Radtourismus hervor: „Der Taubertalradweg ist einer von nur zwei 5-Sterne-Radwegen in Deutschland. Das ,Möhlers‘ bietet den Radfahrern hier künftig eine ideale Raststation.“ Als Willkommensgeschenk überreichte er eine einjährige Kennenlernmitgliedschaft im Tourismusverband.
Tradition trifft hier auf neue Heimat
Auch die lokale Wirtschaft steht hinter dem Projekt. Klaus Wunderlich, Senior-Chef der Herbsthäuser Brauerei, schlug in seinem kurzen Wort die Brücke zur Geschichte: „Was Herkunft hat, hat Zukunft. Der Name Möhler ist in Igersheim fest verwurzelt.“ Er bezeichnete das Haus als sozialen Treffpunkt, für den es neben dem Ambiente auch „einen guten Tropfen und ein süffiges Bier“ brauche.
Für die Familie Ignatiadis ist der Start in Igersheim ein persönlicher Neuanfang. Die fünfköpfige Familie gab ihr bisheriges Objekt in Remseck bei Stuttgart auf, um sich ganz dem Projekt im Taubertal zu widmen. „Wir waren zunächst als Fremde gekommen und sind längst hier angekommen. Wir haben schon viele Freunde gefunden“, erklärte ein sichtlich bewegter Andy Ignatiadis. „Ich danke vor allem meiner Familie, die immer hinter mir steht. Wir freuen uns, dass es jetzt so richtig losgeht.“
Olivenbaum ein Symbol für Beständigkeit und Wachstum
Zum Abschluss der Feierlichkeiten überreichte Architekt Jochen Elsner einen Olivenbaum – ein Symbol für Beständigkeit und Wachstum. Es scheint, als habe Igersheim nicht nur ein Restaurant gewonnen, sondern ein neues Herzstück. Die Botschaft des Abends war klar: Wenn Gemeinde, Planer und Gastronomen mit Durchhaltevermögen an einem Strang ziehen, wird aus einer Vision ein Erfolg. Das „Wohnzimmer“ am Möhlerplatz ist bereit für seine Gäste.
