Anspruchsvolle Waldpflege

Die Kultursicherung - Eine schweißtreibende Angelegenheit

Schon von weitem hört man ein seltsames Summen und Brummen :  Wenn die Waldarbeiter mit ihren Motorsensen auf der Kulturfläche zugange sind könnte man meinen, ein großer Bienenschwarm ist unterwegs.
Mit ihrem wichtigsten Werkzeug in der Kulturpflege, der Motorsense oder auch Freischneider genannt, sind die Forstwirte zur Zeit auf den Jungkulturflächen unterwegs:
Dort droht ein üppiger Wuchs von Gräsern, Kräutern und Sträuchern  das Wachstum der jungen Bäumchen deutlich zu hemmen oder diese sogar nachhaltig zu schädigen.
Ziel der mechanischen Kultursicherung ist es deshalb, dies rechtzeitig zu verhindern.

Noch ist die eingezäunte Eichenkultur von v.a. Brombeeren eingewachsen
Die Arbeiter beginnen mit dem Gassenschnitt
Die jungen Eichen sind freigelgt und haben wieder "Platz zum Atmen"

Zeitpunkt und Intensität sind abhängig von der Art der Begleitflora und  deren Wachstum wie auch von der gepflanzten Baumart und deren Größe.
Aufgrund des Wuchsverhaltens der botanischen Arten unterteilt man diese in verdämmende (ständig schädigende, Bsp. Brombeere oder Adlerfarn),
hemmende (zeitweilig schädigende, Bsp.Springkraut,Klettenlabkraut) und neutrale (nicht erkennbar schädigende) Begleitpflanzen.
Die Waldarbeiter entscheiden je nach Situation vor Ort, ob und wie stark sie auf der Fläche eingreifen.

Der Vorteil von Wuchshüllen (auf dieser Fläche sind Douglasien geschützt) ist offensichtlich : Die Pflanze ist eindeutig im Gestrüpp zu erkennen. Die ungeschützten, kleineren Fichten in derselben Reihe müssen die Arneiter vorsichtig suchen 
Freigestellte Pflanzen können wieder ohne Konkurrenz weiterwachsen. Nachteil : Die stärkere Besonnung führt zu schnellerer Austrocknung des Bodens 

Meist wird ein sogenannter Gassenschnitt durchgeführt, bei dem die Pflanzreihe komplett ausgemäht wird. Bei schon größeren Pflanzen reicht oft auch schon ein sogenanntes „Auskesseln“.
Hier wird nur die einzelne Pflanze etwas freigemacht. Der geringste Eingriff stellt das bloße Niedertreten der Begleitpflanzen um die Pflanze dar.
Als Werkzeuge stehen für diese anspruchsvolle Pflegearbeit vor allem die Motorsense, aber auch die Handsense, Sichel oder Schlagheppe zur Verfügung.
Ist nach dem Eingriff die verdämmende Flora beseitigt und die neutrale (günstige) auf der Fläche verblieben, dann hat man das Wunschziel erreicht :
Im Wuchsbereich der Kulturpflanze hat diese wieder einen Wuchsvorteil.

Hier war man zu spät dran : Die Begleitpflanzen haben die Kulturpflanzen bereits komplett überwachsen. Die hier gesetzten Eichen müssen mühsam "von Hand" gesucht werden. Ein blindes Drauflosmähen ins Grüne würde zuviel Verluste bedeuten
Den Eichen wurde wieder etwas Luft verschafft

Hochkonzentriert auf der Freifläche bei Temperaturen von oft über 30 Grad die Pflanzen zu suchen, zu erkennen und freizustellen, das Ganze noch in Schutzausrüstung,
verlangt von den Waldarbeitern höchste, körperliche  Anstrengungen ab.
Ein früher Arbeitsbeginn um 6.00 Uhr entschärft etwas die Belastungen. Auch stehen an Hitzetagen Ausweicharbeiten im Schatten zur Verfügung.
Trotzdem führt an der mechanischen Kultursicherung zur Pflege und Erhaltung der Jungkulturen kein Weg daran vorbei.
Für den Waldbesitzer ist diese Maßnahme sehr kostenintensiv! Würde er jedoch darauf verzichten, wäre der Erfolg der Kulturen mehr als fraglich.